Taipei.
Unsere erste Station Taipei. Die Idee war unseren Jetlag in Taipei durchzustehen und dann weiter nach Japan zu fliegen. Wir sind um fünf Uhr früh in Taipei, einer Metropole mit 9 Millionen Einwohnern, nach 11 Stunden Flug angekommen. Erst einmal schwitzen wir ordentlich, weil es gilt, ein neues Einreiseformular am und nur mit dem Smartphone zu erledigen.
Dem unzerstörbaren Optimismus von Lore, „das schaffen wir locker“ und dem Mitleid eines Immigration Officers, der unsere Notlage erkannte, ist es zu verdanken, dass wir, nachdem alle unsere Mitreisenden längst am Passschalter vorbei waren, mit seiner Hilfe letztendlich doch ein fast perfekt ausgefülltes Formular stolz an einem Spezialschalter, den er extra für uns ausgewählt hatte, vorzeigen konnten und nach Fingerabdruck- und Linsenscan sich vor uns die Schranke öffnete und wir somit auch offiziell den Boden Taiwans betreten hatten. Wir waren Willkommen!
Taipei ist interessant. Tagsüber wirkt die Stadt grau in grau. Nachts wird die Stadt lebendig und blinkt in allen Farben mit grellen Leuchtreklamen. Die Stadt wird lebendig und lebensfroh. Die jungen Menschen sind sehr selbstbewusst und modeaffin.
Ynnge - Töpferstadt in der Region Taipei.
Am nächsten Tag fahren wir nach Ynnge, der Töpferstadt in der Region Taipei. Am Bahnhof führt unser suchender Blick, oder war es doch unser etwas anderes Aussehen, zu einem Empfang durch die zwei Damen (wir tippen auf Tochter mit Mutter- es ist Sonntag) am Tourismusinformationsstand, die einem das Gefühl vermitteln, hier schon sehnlichst erwartet worden zu sein. Ausgerüstet mit einer Karte von Ynnge und einer detaillierten Wegbeschreibung machen wir uns auf den Weg zum Keramikmuseum. Der Bau passt mit seinen Dimensionen eigentlich gar nicht zu dieser Kleinstadt mit ihren ein-, höchstens zweistöckigen Häusern. Der Zugang mit seinen Wasserbecken erinnerte uns an den Zugang zur Fondation Louis Vuitton von Gehry in Paris, dahinter geht es allerdings viel geradliniger zu. Eine große, helle Struktur, ein Haus, das sich in erster Linie der Vermittlung des Themas „was ist Keramik“ widmet. Traditionelle Bauformen von Öfen, die unterschiedlichen Materialien, Glasur- und Brenntechniken werden hier sehr informativ gezeigt.
Das Museum schreibt regelmäßig Wettbewerbe aus, beeindruckende Arbeiten aus aller Welt sind zu sehen.
CHEN Cheng-Hsun.
Das wirkliche Highlight ist eine Ausstellung des taiwanesischen Künstlers CHEN Cheng-Hsun im obersten Stockwerk. Eine magische Kraft geht von seinen Arbeiten aus. Plötzlich ist alle Müdigkeit wie weggeblasen, schwer zu beschreiben, was einen so in den Bann zieht. Man kann nur hoffen, dass dieser Künstler auch einmal bei uns gezeigt werden wird!
Die Töpferstraße, eigentlich ein ganzes Viertel mit mehr als hundert Töpferläden, ist ein beliebtes Ausflugsziel für Taiwanesen. Entsprechend viel Ramsch begegnet man hier. Dazwischen aber einige kleine Läden und Galerien, die hochwertigste Arbeiten zeigen.
Palace Museum.
Am Montag besuchen wir noch das Palace Museum, ein unbedingtes Muss, wenn man sich für Keramik oder Kalligrafie interessiert. Der berühmte Jade Kohlkopf wird gerade nicht gezeigt, aber was da sonst alles die Kuomintang bei ihrer Flucht aus Peking mitgenommen haben, ist beeindruckend.