Sen no Rikyū, dem Erneuerer der Teezeremonie, wird nachgesagt, dass er einen außergewöhnlichen Sinn für Ästhetik hatte. Nicht in der überladenen höfischen Kunst, wie sie in Japan von China übernommen worden war, sondern in einer auf das Wesentliche reduzierten Ästhetik sah er das Ziel einer Keramikkunst, die seiner Form der Teezeremonie – dem wabi cha – gerecht wurde. 

Im koreanischen Dachziegelmacher Chōjirō fand er einen genialen Freund, der seine Ideen aufnehmen und in der Keramik umsetzen konnte.

Einige Arbeiten von Chōjirō sind bis heute erhalten und wir haben zwei davon heute gesehen. Auch wenn wir das vorher nicht glauben wollten, seine Stücke, wie auch die einiger seiner Nachfolger (die Dynastie umfasst inzwischen 15 Generationen) verändern tatsächlich die Sicht auf die japanische Keramikkunst. Und man begreift ganz intuitiv, wonach japanische Keramiker bis heute bei ihren Versuchen, perfekte Teeschalen zu kreieren, seit Jahrhunderten streben.

 

Schon bald nach Chōjirō wurde seinem Nachfolger, der so wie auch er eigentlich Dachziegel herstellte, für die für den Palast des Herrschers gelieferten Dachziegel ein Siegel verliehen, das für den Begriff „Freude“ steht, im Japanischen „Raku“.

Dieses Siegel steht bis heute für die Familie Raku, die in Kyoto ein kleines, wirklich feines Privatmuseum, betreibt. Sowohl die Architektur dieses Hauses wie auch die Präsentation der Stücke beweist eindrucksvoll, was man erreichen kann, wenn man sich ohne Kompromiss auf das Wesentliche konzentriert, auf das Wesen des Objekts in seiner Bestimmung. 

Wieder, wie an vielen Orten dieser Reise, haben wir Bücher erworben. Es war ein beglückender Tag. Kansha mõshiagemasu.

 

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