Kyoto.
Unsere Agentin Yuko hat für uns ein kleines Hotel ausgesucht, der Empfang ist äußerst zuvorkommend, warm und herzlich. Das Hotel liegt an der Kawaramachi do, auf diesem Grundstück war früher der Sitz eines wichtigen Händlers mit eigenem Kanal direkt vor der Tür. Die Kawaramachi do ist eine der Hauptachsen Kyotos, die Einkaufsstraße schlechthin. Parallel dazu fließt der Fluss Kamo und zwischen Kamo und Kawamarachi liegt das beliebteste Flanierviertel mit vielen kleinen Restaurants, Jazzlokalen und Geschäften. Ein Sukiyaki geht sich gerade noch aus, bevor die Lokale schließen. Bestes Wagyo Beef, perfekt marmoriert.

Am nächsten Morgen starten wir sehr früh mit der Kyoto Gift Show. Das ist eine kleinere Messe, auf der vor allem Produzenten aus der Präfektur Kyoto und den umliegenden Präfekturen zu finden sind. Für uns die Chance, Firmen zu finden, die auf den großen Messen nicht antreten und alte Kontakte zu pflegen. Und tatsächlich werden wir fündig.

Kyoto Tower
Teegeschirr von Kazuma Yamamoto.
Eine kleine Manufaktur Ohmitogai vom Lake Biwa stellt Teegeschirr in einem Verfahren her, dass seit dem 7. Jahrhundert dort zuhause ist. Ein Textilproduzent aus Osaka hat es uns mit seinen Furoshiki und Tenugui angetan, aus denen die Lebensfreude nur so heraustrahlt.
Für eine traditionelle Papierfirma aus Kyoto hat der Grafikdesigner Takahashi Nobuyuki grandiose Illustrationen geschaffen, die uns sofort angesprochen haben.
Und am Schluss sind wir dann noch auf dem Erzeuger Hidenobu von Schneidwerkzeugen für Ikebana und Bonsai aus Toyama gestoßen, an dem wir einfach nicht vorbeikonnten. Die Qualität macht sprachlos und obwohl wir derartige Werkzeuge bisher nicht in unserem Portfolio hatten, mussten wir eine kleine Auswahl kaufen. Die Herzen der Bonsai- und der Ikebana Freunde in Wien werden sicher höherschlagen, wenn sie diese Kunstwerke sehen!

Manufaktur Ohmitogai - Kazuma Yamamoto

Grafikdesigner Takahashi Nobuyuki
Kooperation HABARI x Präfektur Kyoto.
Der nächste Tag beginnt mit einem Meeting mit der Direktorin für wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen der Präfektur Kyoto. Bis zu ihnen hat es sich durchgesprochen, wie wir erfahren, dass wir in Japan inzwischen den Ruf haben, die Produkte und damit die Kultur Japans besonders gut zu präsentieren. Daher würde auch die Präfektur auf uns aufmerksam und möchte mit uns gerne zusammenarbeiten. Kein kleines Kompliment und in den nächsten Stunden haben wir intensiv diskutiert, wie wir das angehen könnten. Jetzt geht’s an die Umsetzung.

Firmeninhaberin Kayoko Nishikawa udn Lore Sander / HABARI
Keramik von Nishikawa.
Am Nachmittag sind wir bei Kayoko Nishikawa zum Tee eingeladen. Hier besprechen wir auch gleich die nächste Keramiklieferung für das Schiff im Mai. Anschließend zeigt sie uns noch ihren Lieblingstempel, ein kleines Refugium abseits der Touristenströme, seit dem 14. Jahrhundert der Privattempel der kaiserlichen Familie. Wir treffen dort einen Ikebana- und Kalligrafiemeister, der hier einmal pro Monat neue Blumengestecke kreiert.

Sakura - Kirschblütenzeit.
Die ersten Kirschblüten beginnen hier im Tempel bereits zu blühen, auch die Pflaumen treiben schon deutlich aus. Unten in der Stadt wird es noch etwas dauern, es ist heuer zu kalt für die Jahreszeit, durch die Inversionswetterlage ist es unten seit Tagen kälter als hier heroben. Der Meister ist uns gleich sympathisch und wir nehmen seine Einladung zu einer Teezeremonie am nächsten Tag gerne an.
