Strahlend schönes Wetter am Morgen. Ideale Bedingungen für das Kunstmuseum in Naoshima, das Ando gestaltet hat. Wir wandern vom Hafen mit der Kürbisskulptur von Yoyoi Kusama der Küste entlang, im Hintergrund die beeindruckenden Brückenkonstruktionen, die Shikoku über viele kleinere Inseln mit Honchu verbinden. Ein paar Kurven keuchen wir mit unserem Rollkoffer steil hinauf, geschafft!

Wir sind die Ersten des Eintrittsslots um 11 Uhr, ein unschätzbarer Vorteil! Ganz allein wandeln wir durch ein Betonlabyrinth mit unterschiedlichsten Ausblicken, blauer Himmel, ein grüner Garten, dann ein Steingarten, bis zu den drei Meistern, die hier ausgestellt werden. Schuhe aus, rein in die Lederpantoffeln und schon stehen wir vor den 5 Seerosenbildern von Monet. Nur mit Naturlicht beleuchtet, perfekt in Szene gesetzt. Nichts lenkt ab, jedes kleinste Detail tritt durch diese einzigartige Beleuchtung hervor. Man kann regelrecht nachvollziehen, wie Monet Schicht um Schicht aufgetragen hat. Unglaublich! 

Es gibt keine Fotos von den Innenräumen, da fotografieren verboten ist.

Dann wieder raus aus den Lederlatschen, rüber zu James Turell. Vom Weiß geblendet im „Open Sky“, perfekt inszeniert vom heutigen Wetter. Dann wieder raus aus den Schuhen, maximal 6 Menschen stehen dann gleichzeitig vor einer halben tiefschwarz glänzenden Stufenpyramide, oben ein Fenster in blau. Wir werden eingeladen, die Stufen zu erklimmen und erst jetzt erfassen wir, dass das Fenster der Durchgang zu einem offenen Raum ist, dessen Boden sich wie eine Mulde nach unten neigt. Farbspiele beginnen, einfach faszinierend.  Am Schluss dann der sakral anmutende Raum von Walter De Maria. Ein treppenartiger Raum, in der Mitte durch eine Plattform unterbrochen, auf der eine perfekt polierte 2,2 Meter große Kugel aus schwarzem, marmoriertem Stein ruht. An den Wänden 27 Holzskulpturen aus jeweils drei vertikalen Stäben mit dreieckigem, quadratischem oder pentagonalem Grundriss, die auf einer horizontalen Holzplatte montiert sind.

Naoshima hätte noch vielmehr zu bieten, aber nach diesem Erlebnis ist ganz einfach kein Platz mehr dafür.

Mit dem Schnellboot brausen wir weiter nach Teshima in eine ganz andere Welt. So gut wie keine Touristen, aber erste Zeichen eines Aufbruchs nachdem auch hier ein Kunstmuseum eröffnet wurde. Eine neu eröffnete Brauerei, die wohl nicht zufällig factory heißt, mit Designbüchern und spannenden Designobjekten im Schankraum und wirklich ausgezeichneten Bier lässt uns für heute zur Ruhe kommen.

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