Zurück in der Metropole. Diesmal übernachten wir in Gotanda, ein Teil von Shinagawa, im Westen der Stadt. Früher eher eine Wohnstadt der etablierten Gesellschaft, nicht so hektisch wie die Bezirke östlich des Kaiserpalastes, hat sich die Gegend zu einem pulsierenden Zentrum entlang des Flusses Meguro entwickelt.

Und gerade jetzt zum Beginn der Kirschblüte, strömen an Wochenenden die Massen hierher, um entlang des Flusses die schier endlosen Reihen der Kirschbäume zu bewundern, deren rosa und weisse Blütenteppiche wie Kaskaden eines Wasserfalls zum Flußlauf hinunterreichen. Der Andrang ist am Wochenende so groß, dass Ordnungskräfte die Ströme mit Megaphonen lenken müssen. Am linken Ufer strömen die Massen von Gotanda Richtung Meguro hinauf, an der Gegenseite herunter. Für uns zu laut, viele Japaner scheint das aber gar nicht zu stören. Es ist eben Frühling, Aufbruchsstimmung überall!

Nur wenige Meter entfernt von diesem Spektakel liegt das Kunstmuseum von Meguro. Eine Retrospektive ist Kenzo Okada gewidmet, ein enger Weggefährte und Freund von Mark Rothko, die sich gegenseitig inspirierten. Für uns eine Oase der Ruhe und große Entdeckung zugleich!

Am Tag davor waren wir schon im National Art Center. Das Museum war die letzte Arbeit von Kishō Kurokawa, einem der ganz großen japanische Architekten des 20. Jahrhunderts. Eine offene, die Besucher einladende, leicht und frei schwebende Halle mit einer wellenförmigen Fassade, bildet die Eingangshalle. Alles nach neuesten Erkenntnissen gebaut, nachhaltig und erdbebensicher konzipiert. Ein phantastisches Vermächtnis eines großen Meisters!

 

 

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